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Göttingen, 29.11.2010 Kooperation zwischen dem Institut für anwendungsorientierte Forschung und klinische Studien (IFS) und der Fortis Deutschland Lebensversicherung AG ver-leiht Förderpreis

Neue Studie könnte Kindern mit Nierenerkrankung helfen

Ein Studien-Forschungsförderpreis wurde im Rahmen der Kooperation für me-dizinische Studien durch das Institut für anwendungsorientierte Forschung und klini¬sche Studien (IFS) und der Fortis Deutschland Lebensversicherung AG am 29. November 2010 verliehen. Dieses Jahr wurden bei der Preisvergabe vor allem Projekte berücksichtigt, bei denen Kinder und Heranwachsende betroffen sind.

Der Preisträger PD Dr. Oliver Gross, Oberarzt in der Abteilung Nephrologie und Rheumatologie an der Universitätsmedizin Göttingen, ist für seine langjährigen Forschungsarbeiten zum seltenen Alport-Syndrom ausgezeichnet worden. Gross erhält somit die Möglichkeit, eine weit reichende, pharmaunabhängige Studie zu planen. Bei diesem Forschungsvorhaben, das zudem über das Bun-desministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, würdigt der Studien-Forschungsförderpreis die wissenschaftliche Nachhaltigkeit und den Nutzen, der im Sinne der Allgemeinheit erkennbar ist.

„Für den Forschungsstandort Göttingen ist es von höchster Bedeutung, dass auch Erkrankungen Aufmerksamkeit gezollt wird, an denen verhältnismäßig wenige Menschen leiden“, betont Dirk Simon, Geschäftsführer des IFS, die Be-deutung der Studie.

Alport ist eine vererbbare chronische Nierenerkrankung, die bis zum Nierenver-sagen voranschreitet. Die Krankheit äußert sich sehr früh, bereits Kinder und Jugendliche leiden unter den Symptomen. „Einzig bislang einsetzbare Thera-pieformen sind Dialyse und Nierentransplantation. Beides sind für die Betroffe-nen sehr belastende Maßnahmen, die zudem auch kostenintensiv sind“, erläutert PD Dr. Gross die Auswirkungen des Alport-Syndroms. Die Ergebnisse von Gross’ Forschungen zeigen, dass der Einsatz von ACE-Hemmern – Medikamente, die aktuell erst für die Behandlung von Bluthoch-druck zugelassen sind – die Dialyse bedeutend heraus zögern kann. Damit könnte den Kindern und Jugendlichen die Dialyse zumindest in der Zeit ihres Heranwachsens erspart und gleichzeitig das Gesundheitssystem entlastet werden.

Die mit dem in Höhe von 10.000 Euro dotiertem Studien-Förderpreis unterstützte Studienplanung zur Medikamentenwirkung und deren Sicherheit bei Kindern soll ermöglichen, dass ACE-Hemmer auch für die Behandlung des Alport-Syndroms zugelassen werden können.

„Dialyse oder gar Transplantation bedeuten lange Krankenhausaufenthalte, was gerade bei Jugendlichen zu Einbußen an Entwicklungschancen führt, dem wollen wir entgegenwirken“, unterstreicht Michael Dreibrodt, Vorstandsvorsitzender der Fortis Deutschland Lebensversicherung AG, den Einsatz seines Unternehmens in dieser Zusammenarbeit. Fortis hat sich in diesem Jahr in zahlreichen Aktivitäten verstärkt für die Belange von Kindern eingesetzt.

Pressemitteilung vom 29.10.2010 hier herunterladen

Archiv - Pressemitteilungen

Pressemitteilung vom 05.07.2010 hier herunterladen


Göttingen, 24.06.2010
ICH/GCP-Fortbildung fördert klinische Forschung an der UMG
Schulung qualifiziert Ärzte in klinischer Forschung

Pressemitteilung hier herunterladen

Hintergrundwissen GCP/ICH-Leitlinien

GCP, „Good Clinical Practice“, oder auf Deutsch „Gute klinische Praxis“, ist ein internationaler ethischer und wissenschaftlicher Standard für Planung, Durchführung, Dokumentation und Berichterstattung von klinischen Studien.

Die Einhaltung dieses Standards soll verdeutlichen, dass Rechte, Sicherheit und Patientenwohl gemäß der Deklaration von Helsinki geschützt werden. Zudem sollen diese Normen zu einer nachprüfbaren und somit bewertbaren Datengrundlage führen.

Als Deklaration von Helsinki wird eine Stellungnahme des Weltärztebundes bezeichnet, die internationale ethisch-medizinische Standards für die Durchführung klinischer Studien am Menschen festlegt. Seit ihrer Erstausführung 1964 mehrfach revidiert, liegt aktuell die Fassung aus dem Jahr 2008 vor.

Die sich daraus ableitende ICH/GCP-Leitlinie soll für die Europäische Union, Japan und die Vereinigten Staaten von Amerika einen einheitlichen Standard schaffen, der die gegenseitige Anerkennung klinischer Daten durch die Zulassungsbehörden in den jeweiligen Zuständigkeitsbereichen ermöglicht und die klinische Forschung stärkt und fördert.


IIT-Forschungsförderungsprogramm

Das IFS bietet mit dem IIT-Forschungsförderungsprogramm Wissenschaftlern die Möglichkeit,

  • Förderung bei der Konzeption klinischer Studien zu erhalten
  • eine Freistellung von Aufgaben in der Krankenversorgung zu beantragen, um somit mehr Zeit für die Erarbeitung von Prüfplänen/Protokollen, Einreichungsunterlagen (z.B. DFG/BMBF) und Proposals zu haben
  • gezielte Beratungsleistung in Anspruch zu nehmen
  • Das Forschungsförderungsprogramm IIT wird für die Jahre 2010/2011 ausgeschrieben und bietet eine Förderung bis zu drei Monaten.